Übersichtskarte

Donnerstag, 08.03.2012

Alajuela y ...

In aller Früh geht's zur Migración in San Carlos. Das geht schnell und für 2 Dollar, danach mit dem Boot über die Grenze nach Los Chiles auf costaricanischer Seite. Auch hier ist die Migración schnell hinter mir.

Für costaricanische Verhältnisse erstaunlich kurz ist die Buswartezeit, nach nur einer halben Stunde gehts zunächst nach Ciudad Quesada und weiter bis Alajuela. Hier angekommen lande ich wieder im gleichen Hostel wie zu Beginn meiner Alleinreisezeit. 

Nach zwei unspektakulären Nächten in Alajuela geht es am Mittwoch recht früh zum Flughafen. Über Panama, San Juan in Puerto Rico (hier betrete ich ungewollt US-Territorium) lande ich ... ja, es ist soweit ... in Frankfurt. Mit der Bahn nach Gotha und da isses vorbei.

Danke fürs Begleiten!!! Insbesondere an Roman, der mir durch ein paar geliehene Sachen das weitere Reisen sehr viel einfacher gemacht hat!

MEHR?? Sag ich Dir gern persönlich! Bis dann, ich freu mich drauf.

 

Sonntag, 04.03.2012

Rio San Juan

Von León geht es zunaechst suedoestlich nach Managua. Is zwar ein Chickenbus, aber das geht dafuer wirklich fix. In Managua fahre ich noch Stadtbus, das muss jetz einfach sein. Das Ding faehrt fast ne Stunde und du zahlst weniger als 10 Cent. Um 12 bin ich am Busbahnhof, wo es eine Verbindung nach San Carlos gibt. Sitzplaetze sind ausverkauft, aber ich will da heute noch hin. 6-7 AStunden im Stehen klingen jedoch nicht gearade sexy.

Das geht erstmal gut los. Hinter der letzten Sitzreihe quetsche ich mich noch hin und kann so doch noch sitzen. Nach ca. 1h stehen wir ... und stehen ... und stehen. In 7 Stunden schaffen wir so gefuehlte 5 km. Grund dafuer ist ein Protest eines municipio (Kreis), die irgendwie mit Daniels Politik nich einverstanden sind und die Strasse dicht machen.

7 Stunden sind lang, aber man kommt ganz leicht mit anderen Insassen, LkW-Fahrern etc. ins Gespraech. Und, beim Beinevertreten ... den kenn ich doch. Housmin (der aus Matagalpa mit den Schrankkindern) kommt mir entgegen, wir begruessen uns herzlich und er erzaehlt mir, dass er in einer Woche ueber Internet verfuegt. Prima!

So, nun das Problem. Statt 19 Uhr swind wir erst gegen 1 Uhr nachts in San Carlos und fuenf Hostels wollen trotz (nahezu) Tuereintreten nicht aufmachen. Ah, da ist ein bewaffneter Herr, dder irgendweine Bank bewacht. Also Flightcover ausbreiten und hinlegen. Zum Pennen komme ich aber wohl nicht.

Als es endlich hell wird (2. Tag), macht auch die erste Cagfeteria auf. Und ich hab so was von Hunger. Dann gehts zum Kai, das 8-Uhr-Boot ist ausgebucht, dann halt um 10! So kann ich noch mal in Ruhe zum Touribuero gehen und mir ein paar Prospekte zeigen lassen. 

Mit der Express-Panga (Boot) gehts in oetslicher Richtung so 50km. Das ist recht unspektakulaer, bis ploetlich El Castillo (die Festung) auftaucht. Der Ort, wo ich dann aussteige, heisst uebrigens genauso.

Dann gehts gleich zum vorher ausgeguckten Hostel - Seeblick, Einzelzimmer, leichte Brise und eine schicke Haengematte. Das Essen ist auch gut dort, das Fischfilet zum Mittag is toll zubereitet. 

Dann endlich duschen!!! Das war so was noetig.

Den Abend lasse ich dann bei einem Schwaetzchen mit 2 Schweizern geruhsam ausklingen.

Am naechsten Morgen (3. Tag) gehe ich gleich zum lokalen Tour-Operator. Momentan herrscht Flaute, keine anderen Touris da und 80 Dollar zahle ich selbstverstaendlich nicht. Also ein Tag in der hamaca (Haengematte). Jonas, der Schweizer, erzaehlt ein wenig ueber seine Hobbies: Grafiti und Taetowieren - is ganz spannend.

Nachmittags gucke ich mal die Festung an, das sieht dann so aus:

El Castillo stromabwaerts auf die Stroemung

Dann gehts zum Abendessen ist dann mit beiden, im benachbarten Restaurant gibts tolle Pastagerichte. 

Die Schweizer wollten abends noch ein Bier trinken, ich bin dann muede ins Bett gefallen. Am naechsten Morgen (4. Tag) habe ich einen Zettel der beiden, wo sie sich verabschieden. Das is ja mal nett. 

Heute isses wieder ziemlich warm und Touris sind immer noch keine da, ihr wisst was da auf dem Programm steht. 

Beim Aufstehen guck ich noch etwas dumm aus der Waesche (5. Tag). Das geht aber swchnell vorueber. Leni (der Chef des Hauses) meint, die Tourveranstalter waren gestren spaet am Abend noch da. Heute wollen noch 2 Amis die Tour machen. Ok, da mach ich mit. Fix in die Klamotten gehuepft, Gummistiefelo noch geholt und los gehts.

Mit dem Amipaar (deren Hochzeitsreise), dem Fuehrer Orlando und dem freundlichen Bootfahrer Giovanni gehts weiter oestlich (stromabwaerts) in die Reserva Natural Indion Maiz - ein riesiges Gebiet von tropischem Regenwald. Auf der Fahrt trifft mich fast der Schlag, die Costa Ricaner bauen die Strasse mitten am Fluss. Ich krieg echt die Krise:

Der schoene regenwald...

Dann geht die Tour los, wir laufen so ungefaehr drei Stunden durch den Regenwald. Immer wenn wir irgendwas entdecken, fragt Orlando "first time?" - habt ihr das Viehch zum ersten Mal gesehen. Und macht ganz grosse Augen, als wir ab und zu verneinen. Aber das hier hab ich noch nich gesehen:

Bullet ant (Projektilameise?) Planta caminadora (laufender Baum, das Ding kann sich ein paar Meter bewegen!!!)Roter Pfeilgiftfrosch Ein Oriol, such den mal andere Tukanart Affenleiter (das Ding heisst wirklich so)

Ein mal Gummistiefelfoto im Regenwald muss sein

Nach der Tour isses Zeit zum Essen: beim Nachbar gibts nicht nur gute Pasta, sondern auch leckere Burger. Noch a bissel Buchlesen und pennen.

Tag 6 = entspannen und mental Abschied nehmen, natuerlich in der Haengematte!

Dann (Tag 7) isses Zeit mit dem Boot nach San Carlos zurueckzukehren. Dort mache ich so eine Art Brueckentag, da ich keine Lust habe, heute weiterzufahren. San Carlos is drueckend heiss, schon am Morgen. Also schnell ein Hostel suchen. Das 1. ist wirklich unbewohnbar, der Schimmel grinst dich schon an. Das 2. ist ok, da bleibe ich.

Dann gehts mal in die Stadt, die total verschlafen und nich wirklich sehenswert ist. Als ich ins casa zurueckwill um der Hitze zu entfliehen, sind alle Tueren zu und die Herrschaften ausgeflogen. Ich frage mal bei den Nachbarn nach, keiner hat eine Ahnung oder eine Nummer von den Herrschaften. Muss ich halt total verschwitzt Kaffeeetrinken gehen. Danach is immer noch niemand da. Aber da oben auf dem ziemlich versteckten Schild steht doch eine Handynummer, frage einen Wachmann in der Querstrasse. Der ruft an, halbe Stunde spaeter kommt ein Nachbar mit seiner kleinen Tochter, die ueber das Nachbarhaus sich irgendwo langschlaengelt und plotzlich drin ist und aufmachen kann. Spitze!

Nach dem kleinen Aufreger goenne ich mir erstmal ne Dusche, abends gehts dann ins beste Restaurant der Stadt (laut Reisefuehrer). Volltreffer, die Krabbensuppe ist erstklassig!

Sonntag, 26.02.2012

León

Heute geht es richtig frueh los (6.30 Uhr)- ich hab viel vor. Den ersten Pick up kann ich durch Pfeifen anhalten, schon bin ich in San Francisco. Dort gibts gleich Anschluss Richtung Panamericana. Dort gibts erstmal Fruehstueck und danach gleich den Bus nach El Amatillo, Grenze zu Honduras. Das lief ganz gut.

Die Honduraner wollen nochmal 3 Dollar Eintritt, obwohl ich in den letzten 90 Tagen doch schon drin war. Also stimmen die Infos im Reisefuehrer mal wieder nicht. Hier muss ich zwar fast ne Stunde warten, dafuer gibt es aber ein colectivo, das direkt bis zur nicaraguanischen Grenze faehrt. Die honduranische Polizei findet bei ihrer Kontrolle auch nix, so dass das alles recht fix geht.

Was die Honduraner koennen, koennen die Nicaraguaner schon lange. Hier sind gleich mal 12 Dollar faellig. Langsam bin ich blank... Dafuer ist der Grenzuebergang recht geschmeidig, da ich mein Gepaeck vom colectivo selbst runterhole und es somit gar nich erst in die Finger der Fahrradtaximenschen gelangt. Andere haben mir berichtet, dass die fuer die Grenzeskorte gern mal bis zu 20 Dollar haben wollen. Ich folge einfach den Taxis und finde die Migrationshaeuschen so ganz leicht.

Im drueckendheissen Guasaule geht dann auch irgendwann ein Bus ins noch heissere Chinandega, Chickenbus in Reinform. Das Ding haelt wirklich alle 17 Meter. Dann kann ich aber einen Express nach León bekommen, so dass ich nach 12 Stunden, 5 Litern Schweiss und 2 Paracetamol endlich in León bin.

Im Sonati (das Hostel) gibts das letzte Einzelzimmer fuer mich - welch ein Glueck. Duschen, Essen und gute Nacht.

Den Morgenkaffee (2. Tag) trinke ich mit Scott aus USA, das ist ein angenehmer Zeitgenosse, der gar nicht so amerikanisch sein will und auch nicht ist. Passt! Dann kommt noch ein Ami dazu, der uns mal was zum Slacklining erklaert. Spannend! Das duerft ihr mal selbst rausfinden, was das ist...

Bis zum Abend ist Haengematte angesagt, ich bin ziemlich platt! Mit Scottie gehts zum Abendessen (gutes vegetarisches Chili) und zum Biertrinken (ok-Bier). Man versteht sich. Schoen, dass es mal ueber den ueblichen Smalltalk deutlich hinausgeht.

Heute (3. Tag) ist Sightseeing dran, nach staerkendem Obstfruehstueck. Wie praktisch, dass der Supermarkt gleich um die Ecke ist.

Auf meinem Weg besuche ich die Kathedrale, die Fundación Ortiz (zeigt zeitgenoessische lateinamerikanische Kunst - leider darf ich das nicht bildlich festhalten) und ... guck mal selbst:

 Kathedrale (ist das groesste Gotteshaus Zentralamerikas - das hatte ich zwar schon bei Granada behauptet, aber diesmla stimmts, glaube ich)Blick zum Vulkan San CristobalBlick nach ?typisches Haus in Leon

Das Museo Ruben Dario schenke ich mir, ist viel zu warm. Mittag gibts im Cocinarte; das Essen ist ein Gedicht - Aubergine, Tomate und Spinat mit Mozzarella gratiniert.

Das war anstrengend, Zeit fuer die Haengematte!

Juhu, es gibt eine Baeckerei, die Pan Integral (Vollkornbrot) fuehrt, Da schmeckt das Abendessen gleich nochmal so gut. Dabei quatsche ich mit einem Paerchen aus Koeln, bis er mir durch sein Klugscheissen gewaltig auf den Sack geht. Bloss weg hier!

Besser ist es, den Abend mit 2 Daeninnen auf einem Guter-Zweck-Abend zu verbringen, mit einer habe ich morgen eine sprotliche Verabredung. Hier ist es deutlich angenehmer als mit dem Dauersprachrohr vorhin.

Mit Scottie gehts nach dem Kaffee (4. Tag) - der ist im Sonati kostenlos und richtig gut - fruehstuecken. Danach spielen wir eine interessante Version von Dame, das er Checkers nennt. So denkste wenigstens nich an die Sch...Hitze.

Abends isses soweit, Thea (die Daenin) kommt zum Muehle-Spiel. Gestern haben wir ja rausgefunden, dass wir das nich nur ganz gerne mal spielen, sondern auch jeweils von der Oma gelernt haben. Also Oma gegen Oma. Wir knobeln so 2 Stunden an 2 Partien - sportlich und spassig! Danach brauche ich erstmal 2 Bier, eines haette gegen die Ausgebranntheit des Hirns nix machen koennen. Mit Scottie und der anderen Daenin schwatzen wir noch bis tief in die Nacht hinein. 

Mittwoch, 22.02.2012

Perquin - Auf den Spuren des salvadorianischen Buergerkriegs

Bevor ich aus Suchitoto abfahre, will ich mal noch ein paar Postkarten abschicken. Das artet ja richtig in Arbeit aus, auf jede Karte muessen 4 Marken drauf. Irgendwann klebt der freundliche Postmann mit...

Heute is mir wirklich etwas mulmig im Bus - nach den ganzen Geschichten ueber die Gangaktivitaeten. Is aber unbegruendet. In San Salvador habe ich gleich Anschluss nach San Miguel, im especial geht es in flotten 3 Stunden dahin. San Miguel ist wirklich unertraeglich heiss, schnell weg hier. Im Bus nach San Francisco sitzt ein junger Lehrer neben mir, mit ich mich gut unterhalten kann. Der sagt mir auch, wo ich aussteigen muss, um den Bus nach Perquin zu bekommen. Zack, der Bus is auch gleich da.

Der Busfahrer laesst mich auch gleich am Zielcasa raus, hab ich gestern abend noch reserviert. Das Ding sieht wirklich etwas bunkerhaft aus. Na ja. Julian, ein Franzose, kommt nahezu zeitgleich an. Wir trinken erstmal einen Kaffee. Am Abend schwatzen wir ueber unsere Reiseerfahrungen. Der Herr hat in Argentinien angefangen und ist ein ganzes Jahr unterwegs.

Der 2. Tag beginnt mit einem Fruchtsalatfruehstueck, von dem ich mehr erwartet hatte. Mit Julian geht es zum kriegshistorischen Museum, in dem man keine Fotos machen darf. Ok, dann beschwatze ich mal den ehemaligen Guerilla-Kaempfer so lange, bis der mir ein paar Fotos gestattet:

Ursachen des Buergerkriegs ein paar Waffen des Regimes

Anschliessend geht es ins gleich daneben liegende, nachgebaute Guerillacamp. Dies bietet einen guten Ueberblick, wie die Guerilleros mobil (die Camps wurden je nach strategischer Notwendigkeit angelegt und konnten blitzschnell bei Gefahr bzw. Beschuss verlassen warden) gegen die Todesschwadronen des Regimes gekaempft haben:

Eingang zum Camp (huebsch mit den Patronen) dreh mal den Kopf...

Dann latschen wir noch auf den Cerro de Perquin, wo die Aussicht ganz nett ist. Mittag gibt es in einem kleinen Comedor, wo es erstaunlich gutes Essen und vor allem Schatten gibt. Abends trinken Monsieur und ich noch ein Bier, morgen wollen wir mal nach El Mozote gucken.

Heute geht es frueh raus, da wir den einen Bus Richtung El Mozote nicht verpassen wollen. Also gibt es Fruehstueck zum Mitnehmen. Mit dem Pick up geht es los. Wir kommen genau gleichzeitig mit dem Bus an der Kreuzung an. Glueck oder Timing?!

In El Mozote kommt auch gleich ein junger Mann auf uns zu, der uns fuehren will. El Mozote ist ein tief bewegender Ort. Innerhalb von 3Tagen fand hier eines der grausamsten Massaker des salvadorianischen Buergerkrieges statt. Obwohl nur noch Zivilisten in diesem Ort waren und die Guerilla sich laengst zurueckgezogen hatte, trieb man alle Personen zusammen, um sie dann in Gruppen aufzuteilen (Maenner, Frauen, Kinder) und sie dann innerhalb von 3 Tagen zu ermorden. Nur eine junge Frau ueberlebte dieses Grauen, ihr ist viel der ruehrenden Erinnerungsaerbeit zu verdanken. Hier das Monument, auf den kleinen Tafeln stehen die Namen der ueber 1000 Ermordeten:

das Monument

Es faellt schwer, danach irgendwie weiter zu gehen. Wir laufen runter zum Rio Sapo und baden im angenehmen kuehlen Wasser. Es herrscht immer noch eisige Stille…

Abends packe ich dann in Ruhe meine Sachen, morgen steht ein grosser Ritt und ein anderes Land an. Also Abschied von Julian und schnell in die Kiste!

Sonntag, 19.02.2012

Suchitoto

Von San Ignacio geht es suedwaerts bis Las Aguilares und dann oestlich nach Suchitoto. In diesem Bus habe ich das zweifelhafte Glueck direkt unter einer der beiden Lautsprecherboxen zu sitzen. Der jugendliche Busfahrer, so sieht das jedenfalls von hinten aus, beschallt uns mit allem was die Anlage hergibt. Wie ablenken? Beobachte ich halt mal den cobrador, der kassiert die Fahrgaeste. Der ist sozusagen der eigentliche Busfahrer. Steht im Bus einer auf und will raus oder erspaeht der einen, der noch mitfahren will, pfeift der durch den Bus und signalisiert somit, dass der Fahrer mal kraeftig auf die Bremse tritt. Dauert das alles mal etwas laenger - viele wollen raus oder haben Holz, Saecke Zement etc. dabei oder man haelt mal kurz ein Schwaetzchen mit der pupuseria-Frau seines Vertrauens -, ruft und wiederholt der immer wieder "vesa, vesa, vesa" (heisst soviel wie warte, ich sag dir schon wanns weitergeht). Kanns weitergehen, kommt ein weiterer Pfiff durch den Bus oder das Kommando "sale" - fahr los!

Als ich ankomme, ist Mittagszeit. Im comedor gibts Fisch aus dem nahegelegenen See - passt. Dort treffe ich Tristan, ein Englaender, den ich aus Tacuba kenne. Der meint, heute abend laesst der Besitzer seines casas eine Pulle Rum springen laesst. Da muss ich schon mal vorbeigucken.

Casa-Suche ist kurz und schmerzlos, im Luna Blanca gibts ganz nette Einzelzimmer mit Privatbad. Nehm ich. Dort treffe ich dann Jordi, den kenne ich aus Santa Ana. Die Welt ist klein. Jordi reist seit ein paar Jahren, fotografiert wie wild, schreibt Berichte dazu und versucht die dann zu verscherbeln. Lebt er gut davon? Nein. Aber es macht ihm Spass.

Abends geht dann ins "Gringo", wo die Pulle Rum serviert werden soll. Das Abendessen ist ganz gut dort. Robert, der Besitzer, plaudert mal: Suchitoto ist eine absolut sichere Stadt. Kriminalitaet ist aeusserst selten. Und ueberhaupt spielt sich die Kriminalitaet im ganzen Land vornehmlich zwischen den Banden (maras) ab. Gefaehrlich, so Robert, leben die Busfahrer und Geldabknoepfer. Die Unternehmen zahlen naemlich in der Regel eine "Gebuehr" an irgendeine mara, so eine Art Schutzgeld. Sonst wird auch mal der Busfahrer und der Cobrador erschossen! Heftig.

Abends gehts noch in eine Kneipe. Die ist so ziemlich mit allen Revolutionaeren der Welt bebildert, Mixgetraenke gibts fuer einen Euro. Da bleibt man doch gern ein wenig...

Um 6 ist die Nacht zu Ende (2. Tag), die Nachbarin dreht volle Lotte auf! Hoffentlich morgen nich wieder. Von der Kneipe gestern muss ich mich noch etwas in der Haengematte erholen, so bis Mittag.

Dann gehts zum See Suchitlan. Da das nich toll ist, gibts auch keine Bilder. Die Strassen von Suchitoto sind dagegen ganz nett:

Fuer morgen bestelle ich mir dann noch eine Polizeieskorte fuer einen Ausflug. So ist das hier in El Salvador. Die tun wirklich viel fuer ein besseres Image...

Abends kommt dann noch eine Deutsche nach Suchitoto, die ich in Santa Ana getroffen habe. Die hat noch 2 Spanierinnen mit dabei, mit denen es dann ins Theater geht. Dort spielen 2 Mexikaner abwechseld solo, einer Piano und der andere Gitarre. Das klingt fuer dieses etwas provisorisch wirkende Theater ausgezeichnet. Warum provisorisch? Plastikstuehle, Blechdach, 2 winzige Lautsprecherboxen, Orchesterplatz Fehlanzeige. Dazu gehen waehrend der Veranstaltung so geschaetzte 15 Handys hoch, die Haelfte bleibt sitzen und telefoniert in Ruhe. Eine interessante Erfahrung. Am Ende sind sich aber alle einig: tosender Applaus im Stehen und laute Bravo-Rufe.

Nac h tollem Fruehstueck (3. Tag) gehts zur Polizei. Der diensthabende Wachmann zeigt uns gern die Verhoerraeume, erklaert seine Arbeit (24-Stundendienst, dann 48 Stunden frei und wieder von vorn) und die Zusammenarbeit mit anderen Diensstellen.

Dann gehts mit seinen ebenso freundlichen Kollegen Richtung Wasserfall, der in der Trockenzeit kein Wasser fuehrt. Interessant ist der trotzdem:

Wasserfall (trocken) mit 6-eckigem Basaltgestein Schnappschuss von der Eskorte

Dann gehts zum Mittag in ein von einer Cooperativa (Zusammenschluss mehrer Personen mit gleichen Absichten) gefuehrten Restaurant. Es gibt leckere Panini, leckeren Saft und Pommes mit Ketchup und Parmesan (neu, aber gut). Toll!

Erwaehnenswert: Es kommen heute Nachmittag mal ein paar Tropfen runter!

Abends unterhalte ich mich lange mit den Casa-Besitzern. Die beiden leben hauptsaechlich in Soyapango, einer unschoenen Vorstadt im Osten San Salvadors. Das Leben ist hart dort: viele Menschen auf wenig Flaeche. Kein Wunder, so meinen die Herren, dass sich dort Hunger, Frust und Ausweglosigkeit (keine Arbeit und so auch kaum eine Perspektive) haeufig in Gewalt aeussern. Zudem ist ein staatlich geforderter Mindestlohn von 250 Dollar dort nicht wirklich ausreichend.  Politisch oraklen die Herren dann ein wenig. Sie sind ganz zufrieden mit der aus der Guerilla hervorgegangenen FMLN, die aber beweisen muss, dass sie keinen zu roten Weg a la Nicaragua waehlt. Das wuerde die Mehrheit der Salvadorianer sicher nicht wollen.

Donnerstag, 16.02.2012

Auf in den hohen Norden El Salvadors

Carlos macht uns noch ein Abschiedsgeschenk, er laesst uns noch zum Bus fahren. Vielen Dank!!! Michel und ich sind schon gegen 11 in San Salvador, fahren gemeinsam zum anderen Terminal, dann trennen sich die Wege.

Der Bus Richtung Norden startet dann auch gleich und haelt bis kurz vor emeinem Ziel durch - Getriebe voellig zerschrotet,die Karre qualmt. Keine 10 Minute spaeter, der Fahrer hat mal kurz angerufen, kommt auch schon ein Kollege der selben Route und weiter gehts. Nach 3 Stunden bin ich in San Ignacio

Vor der Hostelsuche ist der Magen dran. In einem kleinen Comdeor gits passables Futter. Ich lande dann in einem Hostel, das auf den ersten Blick gar nich so schlecht ist. Mit der Angestellten Damaris plaudere ich dann ein wenig: sie arbeitet von frueh bis spaet hier, hat nur einen Tag frei pro Woche und wuerde doch so viel lieber studieren. Da sie aber auf sich allein gestellt ist (die Eltern leben nich mehr), geht das nich. 

Dann isses Zeit zum Duschen, was ganz Banalaes also. Kein Wasser! Also mal fragen. Damaris: das Wasser wird zentral nur eingeschaltet, wenn ein Gast das braucht. Also, das ist fuer mich auch was ganz Neues! Also auch, wenn ich aufs Klo muss. Auch dann...

Am naechsten Morgen (2. Tag), die "Wasserentnahme" ist mir dann doch etwas zu unpraktisch, suche ich mir ein neues Hostel. Das 1. ist ein Resort und soll 40 Dollar kosten, im 2. will mich der Hund fressen, im 3. werde ich dann fuendig. Tolles Teil, guck mal:

Haupthaus mit Pool Blick auf mein Zimmer

Und das Luxusteil soll nur 10 Dollar im Privatzimmer mit eigenem Bad kosten? Kann ich (dem jungen Angestellten) irgendwie gar nich glauben. Ich warte, natuerlich in der Haengematte, das Eintreffen der Besitzerin ab. Der Preis is wirklich so unglaublich gut.

Na, dann also auf nach La Palma! Das ist der fuer seine arte naif (naive Kunst) beruehmte Kunst, die auf Fernando Llort zurueckgeht. Nach einem tollen Milchshake (der Zimt macht den echt noch besser) und ausfuehrlichem Plausch mit der Besitzerin und ihrem quietschfidelen 86-jaehrigen Vater schlendere ich durch La Palma und seine bunt bemalten Haeuschen, hier ein paar Eindruecke:

Abendessen ist einem kleinen Familiencomdeor in San Ignacio, wo es tolle Licuados (das sind die Milchshakes) und gute Huehnchen-Tacos gibt. Der dort arbeitende Junge (schaetze mal so 12 Jahre) is hochprofessionell, ausgesprochen freundlich und laechelt die ganze Zeit. Und ich mit.

Heute (3. Tag) gehts auf zum Dach El Salvadors. Der Bus faehrt ziemlich weit hoch, so dass man nur noch 6km kraxeln darf. Auf dem Weg zum Gipfel sind immer mal wieder Haeuser und oben wird kassiert - 2 Dollar fuer das Ueberqueren von Privatgelaende!

Geschafft, bin oben. Auf dem Gipfel steht eine Radioantenne. 2 Rottweiler auf dem Antennengelaende klaeffen mich boese an. Ach so, auf dem Gelaende ist noch jemand. Und der ist freundlicher als die Koeter. Der Herr ueberwacht das Signal der Antenne und macht erstmal die Hunde fest und meint, ich solle fuer einen besseren Blick auf die Antenne klettern. Na, da mach ich das mal. Hier der Ausblick:

das Privatgelaende Ausblick nach Westen (Richtung Santa Ana) Blick nach Nordosten bzw. Honduras (danke an den Antennenmann)

Wieder unten warte ich auf den Bus. Keine 5 Minute sitz ich da, schon hupt ein Auto. Ja, der nimmt mich mit. Der freundliche Herr lehrt die Bauern neue Formen der Kultivierung (Theorie und Praxis). Hinsichtlich der politischen Lage ist er gan zufrieden mitder aktuellen Funes-Regierung. Danke fuers mitnehmen und einen angenehmen Plausch! 

Abendessen ist wieder im Familiencomedor bei William, so heisst der kleine Profikellner. Wie die Tacos gestern ist auch der hauseigene Burger lecker! Abschied, na klar, mit einem Laecheln.

Auch im Internetcafe kommt man leicht ins Gespraech. Noch bis lange nach Ladenschluss schwatze ich mit den beiden Besitzern ueber die wirtschaftliche Lage unserer Laender, meinen bzw. den El Salvador-Eindruck der Auslaender und das Problem der Korruption. Schade, dass ich morgen schon wieder fahre. San Ignacio waere definitiv ein paar Tage laenger wert!!  

Montag, 13.02.2012

Santa Ana

Ueber Ahuachapan geht es nach Santa Ana. Da ich schon gegen Mittag ankomme, will ich mir gleich mal die Stadt angucken. Nach tollem Mittagessen in einem kleinen Comedor geht es Richtung zentralem Platz. Ich bleibe gleich bei 2 Salvadorianern haengen, mit denen ich mich ueber meine Eindruecke vom Land, ihre Ansichten zu den aktuellen Entwicklungen etc. lange unterhalte. Von der Stadt sehe ich genau 2 Gebaeude, naemlich die hier:

Kathedrale (gotisch, sehr ungewoehnlich) Theater

Abendessen ist im casa, das ist neben einem grosszuegigen Schlafsaal vor allem in der Kueche hervorragend ausgestattet. Dabei ist auch Carlos, der Besitzer, der einen sehr symphatischen Eindruck macht.

Nach Ausschlafen, sofern das auf der knueppelharten Matratze geht, bewege ich mich (2. Tag) mal langsam zum Busterminal, wo ich vergeblich meinen Bus suche. Ein anderer Busfahrer nimmt mich fuer lau aus der Stadt mit raus und zu dem gesuchten Bus. Von der  Interamerica nochmal kurz Microbus fahren und schon bin ich bei der alten Mayastaedte Joya de Ceren. Eigentlich habe ich ja schon genug Maya-Steine gesehen, diese Staette ist aber anders als die anderen. Durch einen Vulkanausbruch haben die Bewohner diese Stadt damals fluchtartig verlassen. Zudem handelt es sich hier um Wohn- und Gemeinschaftsbehausungen. Guck mal hier:

 Teller mit Gebrauchsspuren und Essensresten

Abends nehme ich mir mal richtig Zeit in der Kueche, sitze mit 2 aelteren Kanadiern am Tisch und tausche ein paar Reiseerfahrungen aus. Carlos ist auch da und will Theaterkarten fuer morgen fuer alle Hostelgaeste besorgen. Der Mann kuemmert sich um seine Gaeste!! Abends kommt auch noch ein Franzose an, der morgen auch mit auf den Vulkan kraxeln will. Passt.

Mit Michel, dem Franzosen, gehts in aller Frueh (3. Tag) zum Bus, der uns am Lago de Coatepeque - da war ich ja schon - vorbei hoch zum Cerro Grande faehrt. Wir ueberlegen lange, lassen uns aber dann doch von der durch die Polizei eskortierten Tour  ueberzeugen. Es soll schon mal irgendwann zu Ueberfaellen gekommen sein...

Nach 2 Stunden und maessiger Anstrengung sind wir oben, die Aussichten kannst Du hier mitgeniessen:

Blick auf den Vulkan IzalcoBlick auf den Lago de CoatepequeBlick in den Krater des Vulkan Santa Ana (liegt 800 Meter tiefer als der Gipfel und rundherum sind das 3 km)

Noch ein paar Notizen zur Tour: wir zaheln einen Dollar am Parkeingang, einen Dollar fuer den Guide, einen Dollar fuer das Passieren von Privatgelaende und nochmal 6 Dollar fuer die Parkverwaltung. Waere echt einfacher, man macht das in einem Ritt! Unsere Begleiter in Uniformen sind unglaublich freundlich und offen, erzaehlen ueber ihren Dienst, wo sie herkommen und wie oft sie das schon gemacht haben. Der eine hat schon 130 Mal Touris hier hoch eskortiert!!!

Theater ist dann doch nicht heute, macht nix. Carlos ist ein unglaublicher Mensch. Erst faehrt der mich durch die halbe Stadt, um einen ausgabefreudigen Geldautomaten zu finden. Habe heute irgendwie nich so viel Glueck damit. Dann fahert er uns nochmal durch die halbe Stadt, aber diesmal ist Michel mit dabei und wir landen in einem echten Insiderlokal. Mama steht am Grill und brutzelt leckere Wuerstchen und Steaks. Die sind so was von lecker, kannste echt mit unserem Grillgut vergleichen. Dabei sitzen wir vorm Restaurant und beobachten das Treiben auf der Strasse - ein toller Abend! So ich muss Jetz Schluss machen, ich hab Hunger. 

Freitag, 10.02.2012

Parque Nacional El Imposible - bei Mama, Papa und Manolo

Zum Abschied aus Juayua gibts noch ein ruhiges Fruehstueck. Wahrscheinlich is das alles zu ruhig und ich bin noch total tranig. Beim Spuelen der Sachen schmeisse ich mal den Mixeraufsatz runter. Da der aus Glas ist... Carlos, der arbeitet manchmal hier, meint: nich so schlimm. Is mir trotzdem scheisseunangenehm...

Mit dem Bus geht es nach Ahuachapan und dann weiter nach Tacuba. Das Hostel "Mama, Papa y Manolo" macht einen netten Eindruck, sehr freundlich die Mama beim Empfang. Und vorm Zimmer baumelt die Haengematte, so muss es sein. Im benachbarten dorm residiert ein Schweizer, der ein Freund der Familie ist und 2 Monate bleibt. Angenehmer Mensch.

Abends holen wir in der pupuseria pupusas (was sonst) und nehmen die mit ins Hostal. Mama und Papa sitzen mit am Tisch, so dass das eine echt familiaere Atmosphaere hat. Papa Hosilis meint, in Salvador geht es noch echt traditionell zu: Mann arbeitet und Frau is daheim. Kann er sich auch gar nich anders vorstellen... Na ja.

Da ich gestern noch mit Mama Lidia geschwatzt habe, kann ich heute (2. Tag) eine Tour machen. Hosilis faehrt mich mit dem Pick up zum Treffpunkt, wo Jose Garcia schon wartet. Jose hat, wie irgendwie alle Guides hier, Ahnung von der medizinischen Wirkung von Pflanzen und erklaert mir einiges. Weiter gehts zu mehreren Aussichtspunkten. Und immer weiter immer hoeher. Nach so 7 Stunden isses vorbei, war ganz schick:

Izote = Nationalpflanze El Salvadors Ballerina (gegen Zahnschmerzen) Cinco negritos (ebenso) das da ganz hinten sind die Vulkane um Antigua in Guatemala

Mit Hosilis gehts ueber die seiner Meinung nach schlechteste Strasse des Lndes zurueck. Dabei tut er mal seine politische Meinung kund: der aktuelle Praesident Funes von der FLMN (Partei ist aus der ehemaligen Guerilla hervorgegangen) sei ein Schlawiner, der nur an sich selbst denkt. Der haette so 30 Autos, Haeuser, etc... Hosilis hat den Glauben an die Revolution und die Revolutionaere verloren und wird wohl etwas konservativer waehlen.

Zurueck im Hostal is der Schweizer in meiner Haengematte! Na gut, da er mir ein paar interessante Sachen uebers Tauchen mitteilt, will ich mal nich so sein.

Abends gibts wieder pupusas, diesmla bleibe ich in der pupuseria und beobachte mal das Treiben. Ich glaube, das halbe Dorf isst pupusas.

Die Story von Tag 3 ist kurz erzaehlt: Magenjojo, ich haette nich aus dem Bergfluss trinken sollen

Heute (4. Tag) steht die Spezialtour des Hauses an: las siete cascadas. Nachdem der Pick up auch kein Oel mehr verliert, geht es los: auf einem absoluten Feldweg. Das heisst, eine Stunde Pick up-Rodeo!! Im Sitzen haette mein Hintern das nich ueberlebt.

Mit Cornelius (der Schweizer) und 2 Guides gehts dann los. Wir wandern die Schlucht runter zu den Wasserfaellen. Ab nun heisst es: springe, wer will und sich traut. Hier mal ein paar Eindruecke vom Gelaende:

Der erste Sprung sieht mir schon verdammt hoch aus, das sind nur so 3-4m. Was solls:

1. Sprung

Das waere geschafft! War einfacher als gedacht, nur das Wasser in der Nase nervt. Es geht canyonartig weiter von Wasserfall (cascada) zu Wasserfall. Die Spruenge werden herausfordernder, mittlerweile sind wir schon bei 6 his 7 Metern. Und ich mach noch munter mit. Jeder einzelne is eine Herausforderung. Vor der Mittagspause, wir haben Lunchpakete dabei, steht noch der "Zehner" an. Das sieht von oben echt heftig aus, irgendwie gar nich wie "nur" 10 Meter. Ich ueberlege ... und ueberlege ... und springe dann mit eigenartigen Lauten (sagen die anderen) ins Wasser. Irres Gefuehl!!!

Nach der Mittagspause steht der hier an:

der 7. Wasserfall

Den klettern wir aber nur runter, mit der Hilfe der Guides ist das kein Problem. Die anderen klettern wieder hoch, warum? Ach so, ich hab mich verzaehlt. Das ist erst Nummer sieben. Hier ist dann eine Plattform, von der man aus 11 Metern springen kann, das Highlight sozusagen. Na, das mach ich jetz auch noch:

einfach nur geil!

Das wars, wir klettern einen anderen Weg wieder hoch und via erneutem Pick up-Rodeo gehts zurueck ins Hostel.

Abendessen gibts in einem comedor mit gutem Essen und eiskaltem Bier.

Montag, 06.02.2012

La Ruta des las Flores

Hab nur eine kurze Strecke vor mir und das Hostel vorreserviert, also kann ich nochmal im See planschen, bevor es losgeht. Von Coatepeque geht es ueber Santa Ana nach Sonsonate, wo die Strasse der Blumen startet. Der erste Teil bis Juayua macht schon im Bus Lust auf mehr.

Von Juayua gibts keine Karte im Reisefuehrer, also durchfragen. Is aber ein Kinderspiel, da das Nest recht klein ist. Alejandro, ein sehr freundlicher und relaxter Salvadorianer, empfaengt mich. Das Zimmer, das Hostel insgesamt - ein Traum!

Abends kommt dann auch das Besitzerpaar (Franzose und Oesterreicherin), ebenso angenehm wie Alejandro. La cena (Abendessen) ist dann im el cadejo, wo Alejandro auch arbeitet. Tolles Ambiente, entspannte Musik und gute Pasta - nochmal Volltreffer.

Den naechsten Tag (2.) plane ich ruhig zu starten, 2 Amis wollen zu den Wasserfaellen. Also muss ich mein Fruehstueck doch bissel schneller schnibbeln und zu mir nehmen. Nach kurzem Weg sind wir dort und planschen unter dem Wasserfall, der ausserdem eine hervorragende und angenehme Massage bietet. Das alles geschieht unter Polizeischutz, 2 Uniformierte haben dort Dienst. Quatsche den einen mal an: die Herrschaften sind von 8 bis 4 da und passen auf, sonst, meint er, is aber alles ruhig um Juayua. Das Gefuehl hab ich auch. Ach ja, keine Fotos wegen empfohlener Vorsicht. Nich so schlimm, war nur ein Wasserfall.

So, dann is endlich Mittag. Deswegen bin ich doch in Juayua. Jedes Wochenende gibt es hier die Feria Gastronomica (Futtermesse) mit lokalen Koestlichkeiten, die rund um den Marktplatz an unzaehligen Staenden angeboten werden. Der salvadorianische Feldhase is schon mal lecker.

Nach noch ein wenig Stadtbummel is dann auch schon der Abend da. Kurz was in der Pfanne brutzeln, die Kueche im Hostel ist toll ausgestattet, und ab ins el cadejo. Da ist heute Livemusik, von der ich noch so 2,5 Lieder mitbekomme. Der Herr sieht aus wie James Blunt und traellert auch so. Naja. Noch ein Bier mit ein paar Amis und ab in die Kiste.

Ab heute (3. Tag) bin ich ein Fan der french press, der Kaffee mit dieser Maschine ist wirklich ein Traum, da er lange zusammen mit dem Pulver bleibt. Muss ich mir unbedingt daheim zulegen! Dann isses auch langsam Zeit, in Ruhe nach Apaneca zu fahren. Apaneca liegt an der Blumenstrasse weiter noerdlich. Nach kurzem Stadtbummel isses dann so weit: Zeit fuer meine Canopy-Premiere! Dabei habe ich noch Schweineglueck: vor mir hat das eine Gruppe Kanadier gemacht, das waren so 25 Mann - das muss Stress gewesen sein. Ich fahre mit den Instruktoren allein hoch - manchmal is Troedeln echt vorteilhaft. Ich kann mich wunderbar mit Mario und Wilson unterhalten, die beiden schiessen eine Menge Fotos fuer mich und das alles ohne Stress. Ach ja, beim Canopy wirst du mit Karabinern an Stahlseilen festgemacht und rauschst von Baum zu Baum, das sieht dann so aus:

Der Parcours: 1. Spalte - Laenge, 2. Spalte - Absyand zum Boden Noch is alles cool ... ... anfangs is das etwas unbeholfen ... ... aber dann ... ... volle Lotte

Mittag is dann noch in Apaneca, bevor ich den Rueckweg zu Fuss bewaeltige. Das sind zwar so 12km in praller Sonne, aber ich kann ueberall halten wo ich will und Fotos von der wundervollen Umgebung machen:

Blick in die Sierra de Apaneca jetz mit Juayua davor La Ruta de las Flores: Blumen und mit Blumen bemalte Strommasten. Toll!

Abends gibts noch einen Cocktail mit neuen Hostelmitbewohnern, Amerikaner und Norweger.

Am letzten Tag hier (4.) sitzt Petra mit am Fruehstueckstisch, die Oesterreicherin. Sie erzaehlt, dass Hostelbesitzer zu sein schoen und gut ist. Davon zu leben is aber gar nich so einfach. Die beiden muessen schon noch woanders arbeiten und fliegen dafuer auch mal mehrere Wochen ins gute alte Europa.

Heute schwadroniere ich nochmal durch Juayua, will das mal ohne das Wochenend-Tamtam sehen. Irgendwie wie ausgestorben hier, die Ruhe is aber angenehm. Hier ein paar Bilders:

Kuerche typisches Haus, natuerlich mit Blumen Sierra Apaneca im Hintergrund

Abends will ich dann endlich mal wissen, was es mit den pupusas auf sich hat. Aha, das sind getunte Tortillas! Tortillas schmecken eigentlich nach gar nix, da kannste auch in die Tischkante beissen. Aber pupusas werden zusaetzlich mit herrlichem Kaese, Bohnenpueree oder Fleischhaltigem gefuellt. Das schmeckt dann echt vernuenftig.

Donnerstag, 02.02.2012

Lago de Coatepeque

Die Fahrt zu diesem See wird absolut eine Fahrt ins Blaue. Habe insgesamt 3 Telefonnummern fuer das einzige Hostel am See - alle fuehren irgendwie nich zum Hostel. Ich kuendige mich daher mal per Mail an. Ob das Sinn macht, keine Ahnung!

Bus 52 in San Salvador macht wieder Spass, nach noch etwas Laufen bin ich am Terminal - rauhe Gegend hier. Aber der Bus Richtung Santa Ana startet bald und der Fahrer laesst mich in El Congo raus, von dort startet der Bus zum See. Im Bus faehrt praktischerweise die Besitzerin vom Hostel mit, so dass ich quasi vor der Haustuer aussteigen kann. Klasse!

Nich ganz so toll ist, dass heute im Hostel kein Bett mehr frei ist. Aber ich kann fuer 5 Dollar in der Stube schlafen, na ich bin ja mal gespannt... Nach Klaerung der Formalitaeten kann ich "meine Unterkunft" sehen. Aha, in der Stube steht schon eine Pritsche, auf der ein Guatemalteke schlaeft. Ich kriege dann auch so ein Ding fuer die Nacht. Besser als gedacht.

Wie praktisch, das Hostel hat einen eigenen kleinen Steg direkt am Wasser. Der Nachmittag steht also im Zeichen des Doesens in der Haengematte, bis der Guatemalteke aufgewacht ist. Mit ihm kann man sich angenehm unterhalten, abends leisten uns noch ein paar Kanadier Gesellschaft beim Essen. Die sind mit ihrem eigenen Auto unterwegs, auch nicht so schlecht.

Ich bin ueberrascht, auf der Pritsche pennte es sich nich mal so uebel. Heute (2. Tag) kriege ich aber das versprochene Einzelzimmer. Die wollen zwar erst noch den Boden reinigen, das dauert mir aber zu lange, bis das passieren soll. Ich schmeisse meine Sachen also einfach rein und schliesse das Ding ab. Sicher is sicher und meins is meins.

Nach dem Fruehstueck gehts runter zum Steg, den Tag verbringe ich dann ungefaehr so: planschen im See, durch die Sonne trocknen lassen, doesen und wieder von vorn. Heute ohne Guatemalteke und Kanadier. Hier ein paar Bilder vom Planschbecken:

Abends gibts Fisch aus dem See in einem kleinen Familien-Comedor - schmeckt ganz passabel.

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